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Die hockende, sitzende oder hängende Geburtshaltung ist schon seit dem Altertum bekannt. Bis vor etwa 200 Jahren war auch in Europa die halbsitzende Stellung im Bett oder im Schoße einer Hebamme üblich. Für einen natürlichen Geburtsablauf ist eine Rückenlage flach im Bett ungünstiger. Eine Gebärposition in aufrechter Haltung unterstützt hingegen die Physiologie des Gebärens: das Gewicht des Kindes, Fruchtwasser und Gebärmutter drückt nach unten und trägt dazu bei, den Muttermund zu öffnen und den Geburtskanal zu erweitern. In der Hocke sind außerdem das Becken und die Lendenwirbelsäule besser beweglich. Auch heute bevorzugen werdende Mütter zunehmend Geburtsmethoden, bei denen sie aktiv mitwirken können. Von diesem Bedürfnis inspiriert bieten Geburtsstationen immer häufiger verschiedene Gebärmöglichkeiten an.
die Gebärende sitzt in aufrechter Position und der Partner kann die Frau von hinten halten und unterstützen. Dies wird von einigen Frauen als sehr angenehm empfunden. Nachteilig wirkt sich jedoch bei einigen die unmittelbare Nähe zum Boden während der Geburt sowie die Härte und Unbequemlichkeit des Hockers aus.
das Geburtsrad hilft den gebärenden Frauen, sich während der Geburt zu entspannen. Das schwingende Geburtsgestell erlaubt der Schwangeren zwischen fast liegender und sitzender Position zu variieren. Der große Vorteil ist die Möglichkeit der aufrechten Position und damit die unterstützende Schwerkraft zur Muttermundsöffnung. Außerdem wird durch die variable Körperhaltung der Wehenschmerz gelindert.
auf diesem großen Ball kann die Entbindende sitzen und eventuell vom Partner von hinten unterstützt werden. Durch die Sitzposition werden die Geburtswege "geöffnet", sodass die Schwerkraft wirken kann. Der Ball ist während der Eröffnungsphase ein bewährtes Mittel, um die Öffnung des Muttermundes zu unterstützen.
die Frau kann sich auf dem Boden kniend oder hockend festhalten. Dabei wird der Vierfüßlerstand unterstützt. Diese Position soll die Schwerkraft wirken lassen und nach Möglichkeit das Hohlkreuz vermeiden. Diese Entbindungsposition kann übrigens auch im Kreißbett eingenommen werden.
Ebenso erlauben spezielle Gebärbetten die horizontale wie auch die „schräge“ Gebärhaltung. Durch elektrische Höhenverstellung von Mittelteil, Rückenlehne und Beckenhub kann die Gebärende die bequemste Position einnehmen.
Die Wassergeburt ist in vielen Völkern und Kulturen schon seit langer Zeit bekannt. Am Amazonas klammern sich die Frauen vieler Urwaldvölker seit Urzeiten an Mangroven, während sie im Fluss ihre Kinder gebären. Mittlerweile findet die Wassergeburt auch in unseren Breiten mehr und mehr Interesse und wird auch von Ärzten und Ärztinnen unterstützt. Denn die Wassergeburt gilt als eine der sanftesten Geburtsmethoden für Mutter und Kind.
Die Bewegungen unter Wasser helfen, das Becken zu lockern, somit geht die Geburt leichter, schneller und sanfter vor sich. Dammrisse werden seltener, weil das Wasser Damm- und Kaiserschnittnarben weich und elastisch macht. Wenn die Mutter ihre Wehen im Wasser verarbeitet, profitieren besonders große Babys mit über 4000g Geburtsgewicht von einem sich weitenden Beckenraum. In modernen Kliniken ist eine ständige Überwachung der kindlichen Herztöne per CTG auch im Wasser möglich.
Auch aus der Sicht des Babys ist die Wassergeburt ideal: bedingt durch die größere Entspannung bei der Mutter, erlebt auch das Kind während des gesamten Geburtsablaufs weniger Stress, da es ohne Eingriffe von außen seinen Weg durch den Geburtskanal nach außen finden kann. Vor allem erleichtert der Übergang vom Fruchtwasser in warmes Wasser dem Neugeborenen den Start ins Leben. Nach der Entbindung ist das Kind nur wenige Sekunden unter Wasser. Zu diesem Zeitpunkt erhält es noch genügend Sauerstoff über die Nabelschnur. Es besteht übrigens kein Gefahr, dass das Baby ertrinken kann. Der natürliche kindliche Atemschutzreflex verhindert, dass Wasser in die Lunge eindringen kann. Sobald das Neugeborene an die Wasseroberfläche und mit Luft in Berührung kommt, wird der Atemreflex ausgelöst.
Auch das Wochenbett gestaltet sich nach einer Wassergeburt anders als nach einer herkömmlichen Geburt zulande. Durch den im Allgemeinen geringeren Blutverlust regeneriert sich die Mutter schneller. Aber auch der geringere Wochenfluss ist für viele Frauen eine angenehme Begleiterscheinung.
Als Nachteile der Wassergeburt wird die erhöhte Infektionsrate für Mutter und Kind erwähnt. Außerdem lässt sich der Blutverlust während der Geburt im Wasser nicht so gut abschätzen.
Wenn eine Frau auf diese Art entbinden möchte, sollte sie sich bei der Anmeldung in der Klinik erkundigen, ob diese Geburtsmethode dort praktiziert wird. So genannte Risikoschwangere, bei denen mit einer komplizierten Entbindung gerechnet werden muss, sollten jedoch in ihren eigenen Interesse und dem ihres Kindes von jeder Art der natürlichen Geburtsmethode absehen.
Wenn die werdende Mutter auf die Sicherheit des Krankenhauses nicht verzichten, nach der Entbindung aber schnell mit dem Kind in die vertraute Umgebung nach Hause zurück möchte, ist die ambulante Geburt eine gute Alternative. Diese Form wird in manchen Kliniken und vor allem in Geburtshäusern angeboten. Der Vorteil im Krankenhaus: die Entbindung findet unter Aufsicht und Unterstützung einer Hebamme statt. Trotzdem steht für den Notfall die ganze Palette der medizinisch-technischen Unterstützung sowie ein Gynäkologe/Gynäkologin zur Verfügung. Nach der Geburt bleibt die Mutter meist noch für einige Stunden im Krankenhaus, wo sich eine Hebamme um sie kümmert (etwa um Nachblutungen zu kontrollieren). Die Hebamme übernimmt auf Wunsch auch die Nachbetreuung zu Hause und steht für Stillfragen, beratende Gespräche, Rückbildungsgymnastik usw. zur Verfügung.
Als natürliche Geburt bezeichnet man die vaginale Geburt ohne medikamentöse Einleitung und ohne technische Maßnahmen wie etwa eine Saugglocke oder Geburtszange. Ein Großteil der gebärenden Frauen hat bei der Geburt so günstige Voraussetzungen, dass eine Betreuung und Überwachung der Geburt durch eine Hebamme völlig ausreichend ist.
Viele Frauen wünschen sich, ihre Kinder auf möglichst natürlichem Wege zu entbinden. Eine Hausgeburt bietet den Gebärenden die Möglichkeit, in der vertrauten Umgebung in einem intimen Rahmen zu entbinden. Der Vorteil: die Mutter kann verschiedene Gebärpositionen ausprobieren und sich ganz ihrem Rhythmus hingeben. Zur Überwachung der Geburt ist eine frei praktizierende Hebamme anwesend.
Risikoschwangere sollten diese Variante für sich von vornherein ausschließen. Dazu gehören alle Frauen mit bestehenden oder schwangerschaftsinduzierten Erkrankungen (z.B. Diabetes, Gestose). Aber auch Beckenendendlage des Kindes, Rhesusunverträglichkeit, oder jede Art von diagnostizierter Erkrankung oder Fehlbildung beim Kind sind Risikofaktoren, die eine genaue Überwachung in einer Geburtsklinik erfordern. In diesem Zusammenhang muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass es auch bei scheinbar problemlosen Schwangerschaften während der Geburt zu unerwarteten, kritischen Situationen kommen kann, die man zu Hause nicht in den Griff zu bekommt. Der Transport in die nächstgelegene Klinik kostet dann wertvolle Minuten, die unter Umständen entscheidend sein können. Daher müssen Eltern, die sich für eine Hausgeburt entscheiden, bereit sein, dieses Risiko mit allen Konsequenzen zu tragen. Wer eine Hausgeburt plant, sollte sich zudem realistisch einschätzen können. Die Frau muss beispielsweise bereit sein, die Geburt ohne Schmerzmittel auszuhalten. Auch sollte die Schwangere mit der eventuellen Enttäuschung umgehen können, falls das Geschehen vom Wohnzimmer in eine Klinik verlegt werden muss und womöglich noch im Operationssaal endet. Eine verantwortungsbewusste Hebamme weiß im Übrigen wo ihre Grenzen sind und wird vor einer Hausgeburt streng selektieren. Das dient der Sicherheit der Frau und des Kindes.
In einem Vorgespräch wird die Hebamme das werdende Elternpaar über Risiken aufklären und das Einverständnis in die Hausgeburt von den werdenden Eltern unterschreiben lassen. Denn die Verantwortung liegt letztlich bei den Eltern.
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